10.7.14

Rückblick Juni


Auch wenn es nicht wirklich viel zu berichten gibt, möchte ich die Monatsrückblicke gerne beibehalten, mit wachsendem Bauch hat so eine kleine monatliche Aufzeichnung doch eine andere Bedeutung. Achtung, jetzt kommt erst mal ein Stück jammeriger Schwangeren-Content, wer darauf keine Lust hat, kann getrost bis zum nächsten Foto runterscrollen und dort weiterlesen!

Anfang Juni habe ich die 30-Wochen-Marke der Schwangerschaft übersprungen. Inzwischen finde ich auch meinen langweiligen arbeitsarmen Hausfrauen-Alltag ziemlich beschwerlich (dieses Wort kommt mir nur im Schwangerschaftszusammenhang in den Sinn) und ein paar Sachen die ich mir für die Zeit jetzt vorgenommen hatte musste ich mir schlicht versagen, es ging kräftemässig einfach nicht, das hatte ich mir Anfang des Jahres noch ganz anders vorgestellt.
Ich habe die vorherigen Schwangerschaften längst nicht so anstrengend in Erinnerung. Als ich mit meinem zweiten Sohn schwanger war, war ich Anfang Mai (ET damals Mitte Juli) noch auf einer kurzen Konzertreise in Paris, mit Metrofahren und so (Ihr kennt das vielleicht, dort gibt es quasi keine Rolltreppen. Dafür hat mir jeder männliche Fahrgast in der Bahn sofort den Platz freigemacht, das fand ich sehr beeindruckend). Klar, ich bin da auch nicht elegant die Treppen zum Eiffelturm hochgehüpft, aber es ging eigentlich insgesamt ganz gut und war eine schöne Reise.
Für diesen Juni hatte ich mir gewünscht, nochmal einzwei Tage nach Berlin zu düsen, meine Oboe bei der Werkstatt abholen, Stoff kaufen, Freunde treffen, hach das wäre schön gewesen! Die Zugfahrt wäre kein Problem gewesen, aber ehrlich gesagt kann ich sozusagen kaum noch laufen oder Treppen steigen. Wie eine alte Oma, schrecklich! Wenn ich längere Wegstrecken in der Stadt (länger im Sinne von ein paar hundert Meter) zu Fuss zurücklege, sitze ich abends mit schmerzendem Schambein auf dem Sofa, das kann ja auch nicht gerade gesund sein. Im Haus überlege ich bei jedem Gang in ein anderes Stockwerk, was ich noch mitnehmen kann um weitere Wege zu sparen. Oder ich schicke gleich eins der Kinder, wenn ich nur was holen will. Es ist ein bisschen tagesformabhängig, wird aber zunehmend schwieriger.
Schlafen geht auch nicht mehr so gut, das liebe Kind hat eine sehr regelmässige Wachzeit um kurz nach Mitternacht und da ich sowieso schlecht einschlafe liege ich jetzt oft bis nach eins wach im Bett.
Netterweise hatte mein Mann im Juni zwei Wochen frei, so konnte ich da wenigstens morgens länger schlafen, weil er dann die Kinder in die Schule verfrachtet hat.
Eine seltsame Einrichtung, diese wachen Nächte, das kennt wohl jede Schwangere. Üben fürs Kind, da könnte ich ehrlich gesagt drauf verzichten (die Säuglingszeit fand ich diesbezüglich übrigens auch beide Male nicht so schlimm, nächtliches Stillen dauert längst nicht so lange wie dieses im Bettrumgewälze). Ich schreibe das garnicht so gern, jammern liegt mir nicht. Und ich möchte wirklich nicht undankbar sein, immerhin geht es mir sonst gut, die Ärztin hat nichts zu beanstanden, das Kind entwickelt sich prächtig, darüber bin ich wirklich sehr froh! Aber irgendwie hatte ich mir das halt anders vorgestellt, wenn ich nicht von Beginn an nicht hätte arbeiten dürfen, wäre ich erst im Juli in Mutterschutz gegangen, das kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, Chapeau an alle die das müssen!

Es gibt zum Glück auch schöne Seiten am Schwangerendasein, so ist es ja nicht. Ich fühle mich z.B. erst jetzt so richtig "zu zweit", das Kind ist inzwischen so groß daß ich jede Regung spüre und mir ständig klarmacht, daß da ist wirklich eine lebendige Nr.3 in mir wohnt. Eine ganze Zeit lang vergisst man das ja mal über Tag oder man spürt solange keine Bewegung, wenn das Kind noch viel Platz hat, daß man sich sofort Sorgen macht. Inzwischen wäre es ziemlich problemlos lebensfähig, wenn es aus irgendeinem Grund jetzt schon auf die Welt müsste, ein beruhigender Gedanke.
Es sitzt meist in der Gebärmutter, also kann man den Kopf und manchmal die Füsse am Bauch ertasten, das finden auch die Jungs spannend. Bewegungen spüren ist für andere eher schwierig, es hört sofort auf, sobald eine Hand auf dem Bauch liegt. Ob es das schön findet? Neulich haben wir mal versucht, mit einer Taschenlampe seine Aufmerksamkeit zu wecken, ich hatte gelesen, daß sie darauf reagieren würden. Die Jungs fanden es totlustig und leuchteten mit viel Geduld auf alle Seiten des Bauches, eine richtige Reaktion konnte man allerdings nicht feststellen, vielleicht sollten wir es mal mit einer höheren Wattzahl versuchen.
 Ich habe mir vorgenommen, die Babysachen erst in Woche 36 vom Speicher zu holen, vorher könnten wir auch nicht in die Wunschklinik, die hat nämlich keine Kinderklinik, das wäre dann also eher eine Notfallsituation.
Ein Babybay (Beistellbett) bekommen wir von meiner Schwägerin, ansonsten ist eigentlich alles da. Ein bisschen gespannt bin ich schon auf das was in den Kisten schlummert, 7 Jahre ist es her, seit die Sachen benutzt wurden.
Ich hatte einen Vorbesprechungs- und Kennenlerntermin mit meiner Nachsorge-Hebamme, das war erfreulicherweise sehr nett. Wir haben beim letzten Kind noch woanders gewohnt, deswegen musste ich mich hier neu umhören und da der ET in den Schulferien liegt war ich zunächst froh, daß ich überhaupt problemlos eine gefunden habe.
Und ausserdem haben wir in der Geburtsklinik eine Termin-Besprechung und eine erste Untersuchung gemacht. Wie schon erwähnt wird das Kind per Kaiserschnitt geholt und da mein zweiter KS kein Spaziergang war lag mir viel an diesem Gespräch. Alle Ängste sind jetzt nicht gerade ausgeräumt, das wäre wohl auch ein bisschen viel verlangt, aber ich konnte alles ansprechen und mein Wunscharzt ist nicht in Urlaub, da habe ich also auch ein paar Fragezeichen weniger.


Was gibt es noch vom Juni zu erzählen? Weil ich die geplante Berlin-Reise streichen musste, haben zwei ganz liebe Berliner Nähnerds einen Gang über den Maybachufermarkt für mich gemacht. Von Herzen kam nicht nur die Verpackung, ich habe mich riesig gefreut, ein großes Überraschungspaket auspacken zu dürfen. Jetzt bin ich hoffentlich bis Ende des Jahres gut versorgt, den untersten Stoff habe ich ja schon vernäht. Ich winke nochmal nach Berlin zu den beiden Damen, großer Nähnerdflausch!!


Bis zur Geburt wollte ich gerne zwei Quilts fertig genäht haben, da bin ich ziemlich im Plan kann ich sagen. Das Top (die Vorderseite) vom Ocean Waves-Langzeitprojekt ist zusammengesetzt, da fehlt nur noch eine weisse Umrandung, ausserdem habe ich einen neuen Schwimmbad- oder Gartenquilt fertig genäht, der lag auch schon eine Weile in Teilen hier. Den Arbeitsablauf für dieses Top wollte ich als Tutorial veröffentlichen, das kann ich jetzt ja machen. Ein schnelles Quilttop aus großen Resten oder alter Bettwäsche, wie schon der erste. Ich finde ihn wundervoll, irgendwas habe ich wohl mit Zickzack (jaa, er passt zu meinem Bikini!!).
Ausser dem Bikini habe ich drei Kleider genäht, mir kommt das ja eher wenig vor, aber vielleicht bin ich zu ungeduldig. 


Eingekocht habe ich diesen Monat nur Himbeer-Johannisbeer-Gelee. Das habe ich letztes Jahr zum ersten mal gekocht und ich finde es fast noch besser als reines Himbeergelee. Die Früchte kommen in den Heissentsafter und werden dann verkocht, so hat man keine nervigen Kerne drin. Das Verhältnis ist etwa 2 zu 1 / Himbeeren zu Johannisbeeren, oder noch etwas mehr Himbeeren, sehr zu empfehlen!


Abgesehen von der erschöpfenden Hitze geniesse ich den Sommer sehr, ich ernähre mich weitestgehend von kiloweise Wassermelone, Beeren mit Joghurt und Wasa-Crackern. Trinken tue ich sowas wie alkoholfreien Caipirinha, gerne mit Holundersirup oder mit Minze-Limettesirup, auch eher literweise. In der Schwangerschaft wird man ja gleichermassen genügsam und anspruchsvoll (wehe, es sind keine Wasa-Cracker mehr im Haus...!!)

Danke fürs Lesen!

2.7.14

MeMadeMittwoch am 2.7.2014 im Knipkleid


Voilà, mein neuestes Lieblingskleid! Hat was griechisches sagt mein Mann, naja, das kann sein. Es ist sehr bequem finde ich, und schön luftig. Ich trage es seit Samstag durchgehend, hüstel. Wie lange tragt ihr so Eure neuesten Lieblingswerke?
Seit ein paar Wochen schon lag das Schnittmuster für dieses Kleid fertig kopiert bereit, aber erst dank eines tollen Stoff-Care-Pakets aus Berlin konnte ich mich ans Nähen machen, ich hatte schlicht keine ausreichende Menge da.


Es handelt sich um das Titelmodell aus der Juni- Knipmode (hier auch als Downloadschnitt zu haben), also kein Umstandskleid im eigentlichen Sinn. Ich weiss jetzt auch garnicht mehr wie ich das abgepaust habe, ist schon zu lange her, ich glaube ich habe kaum Änderungen vorgenommen, wahrscheinlich ab Taille eine Größe mehr oder so.


Der Schnitt ist ganz schön tricky, deswegen frisst er auch soviel Stoff und ich hatte schon bei  Zuschneiden einen Knoten im Hirn. Ich war sehr dankbar über die Fotoanleitung hier und kann nur empfehlen bei evt. Interesse die Anleitung abzuspeichern, ewig wird die auf der HP nicht vorgehalten werden.


Das oberste Teil ist das Vorderteil, das liegt mit der Ausschnittkante nach oben (!!) auf dem Stoff, die anschliessende Kante rechts abwärts ist die Schulternaht, der Bruch ist gefühlt in der Taillennaht. Das unterste Teil, das vordere Rockteil, wird mit den zwei oberen Streifen mit dem Oberteil verschlungen. Der Strich rechts soll das Taillenband sein, da fehlt was im Druck, bei der langen Version (Modell 16) stimmt die Zeichnung.


Der Knoten wird dank meines Bauches etwas auseinandergezogen.
Änderungen: Ich habe den Ausschnitt weiter nach oben zugenäht. Ausserdem habe ich am oberen Vorderteil ein Stück von oben (Schulter) weggenommen. Das Teil liegt so auf dem Stoff, daß die Querrichtung des Stoffes vertikal verläuft. Das führt dazu, daß es sich sehr in die Länge zieht (quer ist Jersey je nach Material wesentlich dehnbarer als längs). Ich könnte sogar noch etwas wegnehmen, das mache ich vielleicht nächstes Jahr. Hinter dem Knoten gab es bei meinem Kleid ein Loch, da wo die Teile aneinanderstossen, das habe ich einfach zugenäht, teils mit der Maschine, teils im angezogenen Zustand von Hand. 



Der Stoff ist so hübsch! (Winke zu Cat und Lotti!) Die Ausschnittkanten werden einfach umgeschlagen und festgenäht. Die Rückansicht ist ganz schlicht und wird mit Bindebändern in Form gehalten.


Ich hatte ja ein bisschen Sorge, daß der Knoten aufgrund der geballten Stoffmengen vielleicht nerven könnte, ist aber nicht so, das Kleid trägt sich wunderbar!



Alle anderen bei der wunderbar blumig gewandeten Wiebke im MMM-Blog.
Heute ist schon der vorletzte MMM, huch! Bei uns ist noch Schule bis Ende Juli. Da muss ich mir doch für nächste Woche nochmal was nettes einfallen lassen.

25.6.14

MeMadeMittwoch am 25.6.2014

Heute zeige ich Euch die zweite Variante des Kleides von vor zwei Wochen (Schnitt aus der Knip 6/13). Diesmal aus dem Stoff den ich beim erstmal Nähen nicht finden konnte. Er hatte sich ganz nach hinten an die Schrankwand gedrückt, zusammen mit einem anderen den ich auch schon als vermisst melden wollte.


Das hat ihm alles nichts genützt, jetzt war er fällig. Es ist ein ziemlich dünner millefleurs-artig bedruckter BW-Stoff, nicht so richtig weich, deswegen hatte ich doch Zweifel an der Baumwolle, aber heiss bügeln liess er sich. Einlagig verarbeitet wäre der Stoff zu durchsichtig, für heisse Tage wollte ich aber kein Unterkleid drunter ziehen, also habe ich einfach alles gedoppelt, dafür hat die Menge gerade so eben gereicht, der innere Rock ist kürzer als der äussere.


Nächstes Jahr freue ich mich bestimmt über die Bilder auf denen man die Ausmaße des Bauches ein bisschen sehen kann. Noch 7 Wochen. Ob das Kleid bis zum Schluss passen wird?


Der Schnitt würde sich auch toll für ein Maxikleid eignen, aber ich fürchte das sieht in schwanger dann nur unnötig tonnenförmig aus. Ausserdem ist es so kurz schön luftig.




Und noch ein paar Details an der Puppe. Bei diesem Kleid habe ich die Original-Träger angenäht, wie gewohnt habe ich wegen meiner hohen Schultern dafür Größe 46 zugeschnitten und das war fast einen Tick knapp.


Trotz des dünnen Stoffes sind die Falten am Bustierteil nicht als Falten tragbar, ich hab sie auch hier zugesteppt.


Die Fotos sind wegen der Abendstunde etwas blaustichig. Ausser der Trägervariante habe ich dieses Kleid genauso genäht wie das erste. Der Stoff ist sehr unnachgiebig und deswegen ist die obere Bustierkante fast ein bisschen  zu eng, aber im Moment stört mich das nicht.



Alle anderen finden sich im MMM-Blog mit der Unterrock-gewand(e)ten Meike

14.6.14

Mein Bikini für diesen Sommer - Badenixen Sew-Along Teil 1

Das mit den zwei Bombshells letztes Jahr war wirklich eine tolle Sache, mit denen fühle ich mich auf alle Fälle wohler als in allem Badezeug was ich bisher hatte. Schade daß ich darauf dieses Jahr verzichten muss, da passt der Bauch überhaupt nicht rein.

Aber zum Glück hatte ich dank des Sew-Along letztes Jahr genügend Reste um mir "für übergangsweise" einen Bikini zu nähen. Um ehrlich zu sein war der schon fertig als Lotti zu dem Sew-Along überredet wurde, aber vielleicht darf ich mich trotzdem verlinken? Einige haben einen großen Respekt vor dem andersartigen Material, ausserdem sind Erfahrungen mit Schnittmustern ja auch immer ganz interessant.

So sieht er also aus, den Zackenstoff hatte ich bei Sewy gekauft, den gibt es auch noch.
Ich habe ihn komplett gefüttert, meine Bombshells sind auch gefüttert und ich war unsicher, ob die weissen Streifen ohne vielleicht etwas durchsichtig sind und wollte auf Nummer sicher gehen.


Das Höschen ist nach einem Bikinischnitt aus der letzten Knip genäht, eigentlich sollte da eine kleine Raffung in der Seitennaht sein, die hat sich aber fast wieder geglättet beim Nähen. Ich habe den Schnitt ausserdem an den Beinausschnitten ein Stück weiter runtergezogen.


Das Oberteil ist nach dieser kostenlosen Anleitung mit diesem Schnittmuster-PDF von Laura genäht (via SewMamaSew). Es handelt sich dabei um eine Anleitung zum Selberzeichnen eines passenden Schnittmusters, was ich ziemlich spannend fand.
Ich war ein bisschen skeptisch ob die Vorlage auch für meine zur Zeit ziemlich große Oberweite funktioniert, aber da ich ja das komplette Material als Reste hier hatte konnte ich einfach drauflosnähen.


Bzw. zunächst mal messen und zeichnen, man nimmt mehrere Maße, das ist in der Anleitung sehr ausführlich beschrieben und fertigt so zwei Schnittmusterteile aus Papier an.

Die Anleitung zum Nähen auf dem SewMamaSew-Blog finde ich auch ziemlich gut, ein paar Sachen würde ich anders machen, und zwar:

Nach meiner Erfahrung stemmt ein zu enger Zickzackstich wie der für das Annähen von dem für die Raffung zuständigen Gummiband in der vorderen Mitte das Gummi so auf, daß die Raffung nicht mehr funktioniert, da nehme ich lieber eine viel weitere Stichlänge.

Das Annähen von den Stäbchen in der Seitennaht habe ich wie beschrieben gemacht, würde die aber das nächste mal so lang lassen, daß die Enden im Saum nochmal fixiert werden. Die Schnittkanten drücken jetzt gegen den Stoff nach aussen, ob der das lange aushält weiss ich nicht.

Ich würde versuchen, das Oberteil vor dem Säumen behelfsmässig anzuprobieren, bei mir war es ein ganzes Stück zu weit im oberen Abschluss. Evt. liegt das auch an meiner größeren Oberweite und daß dafür die Schnittmusterberechnung vielleicht nicht ganz so geeignet ist, aber jedenfalls habe ich ein paar Zentimeter aus der Seitennaht rausgenommen und jetzt sitzt es.

Aus dem gleichen Grund musste ich den ganzen oberen Saum ein gutes Stück einhalten, der steht bei mir sonst ab. (Heisst: Gummi ein Stück kürzer als Saumlänge und gedehnt annähen. Besonders viel einhalten ab Busenmitte bis unter die Achsel.)
Da man wenn man das erst merkt wenn man das Oberteil schon fertig genäht hat zwei kleinstichige doofe Zickzacknähte auftrennen muss, auch aus diesem Grund ein dringende Empfehlung einer provisorischen Anprobe!

Ich glaube ich habe die Träger weiter mittig gesetzt als in der Anleitung vorgesehen, damit sie etwas besser halten können.

Ich habe übrigens nur zu breites Badegummi hier, irgendwie gabs es letztes Jahr kurzzeitig kein schmales, das schneide ich mir in schmale Streifen. Die sind dann nur noch 4-5mm breit und dadurch schön flexibel an den Rundungen. Alle Kanten von beiden Teilen sind mit Gummi eingefasst, ich kann mir nicht vorstellen, daß man das weglassen kann, ausser bei Shorts vielleicht. Bei Beinausschnitten hält man zudem hinten mehr ein als vorne, dadurch gibt es eine Rundung für den Po.



Ich bin ziemlich glücklich mit dem Ergebnis, den Bikini trage ich sehr gerne, er passt und ich kann auch gut schwimmen darin, eigentlich gibt es keine Zuppelei, alles gut verpackt. Das Badefutter vom Höschen muss ich nach dem Anziehen immer erst mal verstecken, da empfiehlt es sich vielleicht, das etwas kleiner als den Oberstoff zuzuschneiden, denn dieses Material gibt total leicht nach und "wächst" so aus dem Teil heraus.

Ich habe noch mehr Reste und weitere Badestoffe da, vielleicht nähe ich noch einen Bikini, mit zwei Grundschuljungs sind Schwimmbadbesuche Pflichtveranstaltungen mehrfach die Woche...

Alle anderem versammeln sich bei Lotti Katzkowski

11.6.14

MeMadeMittwoch am 11.6.2014



Nachdem ich mit den Jerseykleidern ja noch basicmässig gut versorgt bin, hatte ich für heisse Tage eigentlich auf meine zwei Loreleys gesetzt, schliesslich sind die ja klassisch empirelinig geschnitten, für den Bauch wäre also Platz. Neulich habe ich dann euphorisch mal eins aus dem Schrank gezogen, tja, Pustekuchen! Ich hab mir die so auf den Leib geschneidert, daß ich sie nicht mal ansatzweise zu bekomme, das war wohl nix...
Nach dem ersten ärmellosen Jerseykleid musste also noch was luftiges her, gerne aus Webstoff. Letzte Woche plante ich daher ein Loreleyartiges Kleid nach dem Beilagen-Knipschnitt von letztjährigem Juniheft, Bustierartiges Oberteil mit weitem Rock.
Auch das stand zunächst unter keinem guten Stern, ich hab wie wild einen bestimmten Stoff gesucht, weich fallend, dünn mit kleinem Blumenmuster, ideal für den Schnitt. Den habe ich schon eine Weile hier, aber jetzt wollte er sich partout nicht finden lassen, verschwunden! (Mittlerweile habe ich den halben Schrank einfach ausgeräumt und da kam er dann doch zum Vorschein, von ganz hinten, zusammen mit einem anderen den ich auch schon vermisst hatte, immerhin nicht im Tran mal aus Versehen entsorgt oder so)

Also habe ich leicht zähneknirschend umgeschwenkt zu einem veilchenblauen Leinengemisch was ich in großer Menge mal günstig irgendwo erstanden habe. Zuerst dachte ich, der ist vielleicht einen Tick zu dick, aber Leinen trägt sich ja angenehm und die Farbe passt so gut zum Sommer. Einen Versuch sollte es doch wohl wert sein.
Die zugeschnittenen Teile landeten im Nähzimmer auf dem Bügelbrett und beim zweiten Mal hingucken bot sich dieses Bild. Das konnte ich so doch nicht stehen lassen, die zwei Stoffe sind ja wunderbar zusammen! 


Über Paspeln bin ich allerdings nicht rausgekommen bisher aber die machen sich sehr gut. Ich finde das Rockteil jetzt einen Tick zu kurz, vielleicht setze ich noch einen Streifen Blümchenstoff an, mal sehen. Mit Leggings geht es auch so, aber ohne ist es mir eigentlich etwas zu beinfrei, hust. Ehrlich gesagt ist mir das schon auch Wurscht meistens irgendwie, Hauptsache luftig bei 35°C aufwärts, oder?  Aber wenn sich der Stoff für ein Extraschmankerl doch so anbietet! 
(BTW: Gestern habe ich zufällig einen Post gelesen von einer Frau die ganz tapfer durchs Leben geht mit zu kleinen und bestimmt echt total hässlichen Füssen (auf den Fotos sahen sie ganz normal aus, aber vielleicht bin ich da nicht so der Experte). So eine mutige Frau! Ich meine, hässliche Füsse sind schon ein Schicksal, mit dem man erstmal klarkommen muss, oder? Da kann man sich schonmal öffentlich beklatschen lassen ob soviel Tapferkeit und Mut, die trotzdem in Sandalen zu stecken so dass sie jeder sehen könnte... WTF??? Sorry, das musste jetzt sein, ich bin immer noch etwas sprachlos, hat man ab 30 echt noch solche Probleme?? Seht her, ich zeige sogar meine Oberarme!! Ok, ich bin ja schon still. *offtopicmodusoff*)


Heute war mal wieder Arzttermin und das Wartezimmer war leer, da hab ich den Garderobenspiegel zum Knipsen benutzt.


Nach zwei Tagen fallen die Falten vom Rockteil auch schön runter, anfangs hatte ich schon etwas Angst, dass es zusehr aufsteht. 

Im Original hat das Kleid schmale Träger, ich wollte aber mal was à la Cambie Dress probieren, da gefallen mir vor allem die Flügelärmelchen so gut. Dafür habe ich mir ein Schnittmuster gebastelt und das ganze dann an mir solange abgesteckt, bis es sass. 
Das war dann doch etwas schwieriger als gedacht. Im Prinzip handelt es sich um einen rechteckigen Streifen, gedoppelt mit dem Blümchen Stoff, hier habe ich einfach die Nahtzugaben so abgenäht, daß der Blümchenstoff auf der rechten Seite über den Rand guckt. Den Streifen wollte ich an beiden Enden einkräuseln.
Damit mir diese Ärmelchen nicht von der Schulter rutschen müssen sie fest sitzen, hinten musste ich dafür am äusseren Rand ein Stück nach unten wegstecken. Vorne habe ich ewig rumprobiert, vor allem wollte es mir überhaupt nicht gelingen, die Träger mit Ausschnitt und Beleg zu verstürzen. Ich habe einfach keinen Winkel hinbekommen, der verstürzt das ergab was ich haben wollte. Am Ende habe ich im verstürzten Ausschnitt einfach eine Lücke gelassen, die Träger so eingesteckt wie es ein sollte und das dann von rechts abgesteppt.

Beim nächsten Kleid nach dem Schnitt werde ich vielleicht die obere Ausschnittkante noch etwas modifizieren, vielleicht die Spitzen nicht so hoch, dafür etwas höher unter dem Arm, da ist es mir fast ein bisschen zu weit ausgeschnitten. Und dann würde sich das auch mit dem Träger noch anders machen lassen, mal sehen.


Immer wieder schön: Partout nicht auszubügelnde Stoffbruchkanten. Im Rockteil sind auch welche.
Die Falten im Bustierteil hab ich kurzerhand zugenäht, das gab so komische Beulen bei dem dicken Stoff. Perfekt ist auch da anders, aber der Plan war eigentlich was legeres fürs Schwimmbad und so.


Das Kleid hängt nur schief auf der Puppe! Im Rückenteil ist in der oberen Kante laut Schnitt ein Gummizug, den habe ich auch reingenäht, verbessert den Sitz ohne einzuengen. Wie man sieht ist es dauergetragen seit Samstag.
Und Taschen habe ich noch hinzugefügt, immerhin noch eine Blümchengelegenheit.


Das Kleid ist sehr bequem, luftig und doch angezogen, sitzt passt wackelt und hat Luft. Ein Glück hatte ich die Idee mit dem blauen Stoff!

Alle anderen heute im MMM-Blog bei der wunderbar bedirndelten Julia! Der Dirndl-Sew-Along wird bestimmt toll. Ich wäre ja sofort dabei, aber ich fürchte im Sommer bin ich anderweitig beschäftigt ;-)


7.6.14

Rückblick April und Mai


Gleich zwei Monate auf einmal, Ende des letzten kam ich irgendwie nicht zum Schreiben. Dann gibt es jetzt eben gleich ein Doppelpack.
Anfang April blühte das erste Mal unser Kirschbaum. Gepflanzt vor eineinhalb Jahren soll er wohl dieses Jahr das erste mal tragen, toll!


Ausserdem erfreute ich mich im Garten an den vielen Tulpen die ich im letzten Herbst gesetzt hatte. Unsere Nachbarn haben einen holländischen Großlieferanten aufgetan und so hatte ich im November 600 Zwiebeln zum Einpflanzen, hüstel. Der Großteil wurde an allen möglichen Stellen im Garten verbuddelt und es war wirklich über Wochen eine Pracht, kommt auf den Fotos gar nicht so gut raus.




Anfang April habe ich schnell noch ein paar Fotos einer Tasche geschossen, die ich meiner Nichte zum Geburtstag geschenkt hatte:


Und ich habe mich mal wieder an mein längstes Projekt gewagt, den Ocean Waves Quilt. Die Teile, bzw. das was ich schon zusammen genäht hatte ruht seit Monaten in einem Korb auf meinem Schrank. Nur wenn ich große Lust hatte habe ich was daran gemacht. Jetzt würde ich ihn gerne vor August fertig machen, alle Quadrate und Dreiecke sind komplett, ich muss das Top nur noch zusammen setzen (und dann kommt natürlich noch ein guter Teil Arbeit, aber immerhin)


Im April hatte ich noch einige Konzerte, so wie es sich für die Passionszeit gehört jedes Wochenende mindestens eins. Oboe spielen ging noch ganz gut, kurzatmig bin ich eigentlich seit Beginn der Schwangerschaft und die stört schon etwas, kann man sich aber drauf einstellen. Von drei Bachschen Matthäuspassionen dieses Jahr fielen zwei in den April, dazu ein Kammerkonzert im Theater mit Kollegen und ein Oboe-Orgelkonzert. Ende Mai hatte ich noch einen letzten Termin mit der Oboe, leider ist es mittlerweile schon ziemlich anstrengend und ich kann froh sein, daß ich jetzt nicht mehr spielen muss/soll.Aber Kollegen und Freunde treffen, Musik machen, fehlt schon ein bisschen. Singen geht zum Glück noch.


Mai

Im Mai gab es den berühmten Dropssale. Die graue Cotton Marino ist schon auf den Nadeln.


Ein neuer Erdenbürger wurde begrüßt, bald darf ich mir selber auch eine neue Windeltasche nähen, diese gefiel mir nämlich ausgesprochen gut.


Seit fast vier Jahren benutzte ich von der Renovierung übrig gebliebene Abdeckfolie, die dann erstaunlicherweise doch mal aufgebraucht war. Das hier ist zwar nicht die exakt gleiche aber genauso gut. Gibts bei dem JippiJaJa-Baumarkt.


Der kleine Sohn wollte plötzlich unbedingt auch nähen. Gut daß im Nähzimmer noch Platz war für eine der Flohmarktmaschinen, ein Modell von Neckermann mit um 90° versetzt einzusetzenden Nadel. Er hat einige tadellose Reissverschlusstäschchen produziert und plant jetzt schon grosse Täschchengeschäfte.


Für mich gab es auch mal eine neue Tasche. Ich bin taschenmässig eher der schlichte Typ, mit Verschlüssen und Fächern habe ich es nicht so, würde ich eh nicht benutzen. Oben offen, einfach alles reinschmeissen, fertig. Diese hier habe ich aus Echino-Streichelstöffchen genäht und das ganze mit Decovil light verstärkt. Ich finde das damit im Ergebnis aber zu steif, das Zeug nehme ich nicht nochmal. Ich habe auch den Eindruck, daß sich die Klebeschicht durch das unvermeidliche Knautschen in Benutzung langsam an manchen Stellen wieder ablöst. Naja, ein Versuch war es wert und ich habe die Tasche trotzdem ständig in Gebrauch.


Eingekocht wurde auch, ich liebe Sirup für den Sommer, Holunder natürlich und ausserdem Limette-Minze, den kann man schön unsaisonal aus Supermarktware kochen. Zwei Flaschen Waldmeistersirup habe ich auch gemacht, den hatte ich mal extra dafür gepflanzt.


Und die erste Marmelade ist immer Erdbeere, bei uns eher geduldetes Basic. 


Ende Mai war Landau Haltepunkt bei einem Dampfzugspektakel, und wir sind mit einem Zug von Landau nach Karlsruhe und eine Stunde später wieder zurück gefahren. Um ehrlich zu sein, die Fahrt hätte es vielleicht garnicht gebraucht, denn im Zug sieht man ja die Lok nicht mehr, ok, den Rauch ab und an und man hört das Tuten und das klassische Tschtschtsch, vielleicht hätten wir auch einfach auf dem Bahnsteig einen Zug an - und abfahren sehen können. Aber dann hätten wir die Freaks verpasst die bei solchen Events offensichtlich von überallher anreisen und auf Notizblöcken während der Fahrt rätselhafte Dinge notieren.


Wie schon in einem anderen Post erwähnt sind die Kinder seit ein paar Wochen keine Ganztagsschulkinder mehr und kommen mittags nach Hause. Das heisst für mich wie für die meisten anderen Mütter auch mittags kochen, Hausaufgaben betreuen, Kinder beschäftigen, das hatte ich aber bisher noch nie. Auslöser dafür war, daß zunächst die Kinderchorleiterin mit dem Verdacht anrief, daß Julius Stimmbandknötchen haben könne. Fakt ist, er hat welche, das wissen wir mittlerweile und wir hatten sowas auch schon vermutet, denn er hatte immer schon eine etwas heisere Sprechstimme und an manchen Tagen, wenn er nach der Ganztagsschule noch bei einem Freund war hatte er quasi garkeine Stimme mehr. 
Der Junge ist ein echtes Energiebündel, sobald er mit anderen Kindern zusammen ist, schreit er nur noch kommandomässig herum und ist auch sonst kaum zu bändigen. So hat auch die Klassenlehrerin ihre liebe Mühe ihn im Zaum zu halten und das war dann der zweite Punkt, weswegen ich mich entschloss, ihn mittags nach Hause zu nehmen. Was er dann auch gleich ganz toll fand. Und dann wollte der Große natürlich auch lieber mittags heim. Ich habe nur kurz gezögert und dann beide Kinder abgemeldet. Und jetzt finde ich es gut so, daß wir überhaupt zufällig die Möglichkeit dazu haben, ich bin mittlerweile echt ganz froh drüber. Ist natürlich ein anderes Leben als vorher, aber kein schlechtes. (Wegen der Knötchen bekommt er übrigens nach den Ferien Logopädie und ansonsten versuche ich ihn ab 12 vom lauten Herumschreien abzuhalten...)


Im Garten sind die Kirschen mittlerweile fast reif. Am hinteren Zaun hat sich seit letzten Herbst eine Brombeerhecke eingenistet, ich weiss, da muss man sehr aufpassen daß sie nicht wuchert, aber grundsätzlich ist mir jedes Obst sehr willkommen. Blühen tut sie mal wie verrückt!


Die Tulpen sind längst verblüht, aber unsere alte Kletterrose vor dem Wohnzimmerfenster ist eine echte Augenweide. Auch meine geliebten Hortensien gehen langsam auf. Ansonsten haben wir den Garten noch nicht so sehr im Griff, wenn ich könnte würde ich gerne mehr tun, aber dazu habe ich dieses Jahr nicht die Energie, so wütet der Wildwuchs an vielen Stellen munter weiter.

Und der Bauch? Naja, er wächst. Noch etwa 2 Monate Schwangerschaft habe ich vor mir, ob das jetzt schnell geht? Mir geht es grundsätzlich gut, ich habe keine Probleme. Ich habe festgestellt, daß ein bisschen Sport aka Ergometer im Keller dem Kreislauf und der dauernd zuen Nase ziemlich gut tut, also zwinge ich mich so gut es geht. Langsam bin ich wirklich gespannt, was für ein Menschlein wir da begrüssen dürfen. Bei den Namen haben wir übrigens immer noch keine endgültige Entscheidung getroffen, Mädchenname eigentlich schon, aber Junge... Fragezeichen!