29.10.14

MeMadeMittwoch am 29.10.2014 aus Hirschegg

Ein kurzer Gruß aus Österreich, wenn ich schonmal so eine schöne Kulisse zu bieten habe! Die Auswahl an stilltauglichen Kleidern ist im Moment noch ziemlich eingeschränkt, es kommt mir jedenfalls so vor als ob ich ständig das gleiche anhätte. Dieses Kleid habe ich erst vor wenigen Wochen gezeigt (den Link spare ich mir jetzt, die Blogger-App ist eher rumpfmässig ausgestattet...)


Leider habe ich die Sonnenstunden auf der Terrasse knapp verpasst, aber dank Photoshop stehe ich nicht mehr ganz so im Schatten. Morgen geht es schon wieder heimwärts, schön war es hier!


Alle anderen im MMM-Blog, (http://www.memademittwoch.blogspot.de/2014/10/me-made-mittwoch-am-29-oktober-2014-mit.html) heute mit der fröhlichen Sanni als Gastvorturnerin. 

Herbst-Jacken-Sew-Along Teil 3: Zwischenstand

Gemütlich in der Hotellobby sitzend (wir gönnen uns ein paar Tage Alpenpanorama) mache ich mich mal schniefend (Schnupfen) an den HSJA-Post. Wir treffen uns diese Woche bei chrissie:  
http://chrissys-naehkaestchen.blogspot.de/2014/10/herbst-jacken-sew-along-2014-teil-3.html

Die Themen sind:

Wie weit bin ich bisher gekommen? / Welche Probleme und Hürden tun sich auf? / Mein Probeteil sitzt, jetzt geht es an das "richtige" Stück! / Ich bin schnell und habe den ersten Mantel schon fertig und fange jetzt einen zweiten an. / Hilfe ich habe noch (fast) gar nichts gemacht, kann ich das trotzdem noch alles schaffen? 

Zu 1: die Jacke ist fertig. Also nicht.
Zu 2: Merke: Wenn man am Aussenstoff unten eine Handbreit zugibt, sollte man das gleiche beim Futter zugeben.
Zu 3: Sitzen tut sie tatsächlich gut.
Zu 4: Der Plan war, die Jacke im Kurzurlaub auszuführen, dafür hab ich mich echt beeilt, am letzten Abend noch eine Nachtschicht eingelegt und die letzten Handnähte auf der Autofahrt gemacht. Aber leider, s.o., das Futter ist zu kurz! Das muss ich nochmal aufmachen. Miste! 

Aber da wir ja erst mitten im Sewalong sind hätte ich sowieso keine fertigen Bilder gezeigt. Dafür ein bisschen making of:


Beim zusammensuchen der Zutaten wollte ich soviel wie möglich aus meinem Vorrat nehmen. Deswegen passen die Grüntöne nicht perfekt zueinander, aber es geht ganz gut so bzw. stört mich nicht.
Kopfzerbrechen hat mir die Paspel gemacht die ich in die geschwungenen Schulterpassennähte nähen wollte. Einfache Stoffpaspel schien mir nicht stimmig vom Material her. Aber kann man Leder nehmen oder wird das zu dick? Ich habe keine Erfahrung mit Leder.
 Echtes Leder hätte ich bestellen müssen, daher habe ich es erstmal im örtlichen Handel probiert und nach Kunstleder geschaut. Dunkelgrün habe ich gefunden und gekauft.


Die Bilder lassen sich am iPad nicht tauschen, hier sieht man zunächst mal den ersten dummen Fehler, Reißverschlüsse unterschiedlich rum eingenäht. Was man nicht sieht ist, dass ich die Korrektur dann auch noch ungeschickt gemacht habe, beide öffnen sich jetzt von unten nach oben. Aber das MACHT JA NIX!


Einige von euch interessiert bestimmt die Erfahrungen mit dem Schnittmuster von waffle-patterns. Grundsätzlich finde ich es sehr gut. Das Schnittmuster umfasst Schnitteile für Aussenstoff und Futter, man hat also eine Menge zu Kleben. Im Schnitt sind Nahtlinien und Nahtzugaben gezeichnet, man kann dann die bevorzugte Variante ausschneiden. Ich habe die Nahtlinien ausgeschnitten. Bei meinem Rückenfutterteil fehlte dadurch die Bewegungsfalte, kann sein, dass die bei der Nahtzugabe dabei war.
Ein Fehler war (noch, das SM ist ja brandneu) in meinem Schnitt: die Tasche ist falschherum auf dem vorderen Mantel-Schnitteil eingezeichnet, so herum kann man da nicht reingreifen. Einmal Trennen, das war zu verkraften.
Meine Taschen habe ich mit dem hellen Futter verstürzt,das erleichtert das in Form bringen und beim in die Tasche greifen fühlt man Baumwollstoff, der braune Stoff ist nämlich ziemlich kratzig. Das Rausblitzen des hellen Futters ist Absicht. 


Auch die Ärmel ließen sich gut einsetzen, besser als ich es schon manches Mal hatte. (Die Fältchen sind sicher meiner Schlamperei geschuldet, außerdem habe ich die Ärmelkappe nicht gepolstert.)
Hier sieht man auch endlich die Kunstlederpaspeln. Die Arbeit mit dem für mich total ungewohnten Material ging besser als gedacht, es ließ sich auch doppelt sehr gut nähen. Ich hatte die Paspel mit einer selbstgemachtes Kordel aus BW-Garn gefüllt, hätte ich nur den einfachen Faden wie sonst für Paspeln aus Stoff genommen wäre sie sicher nicht plastisch geworden. Damit sie sich gut in die Rundungen schmiegt muss man natürlich die Nahtzugabe auf ganzer Länge gründlich einknipsen, ansonsten ist sie aber nicht zu steif wie befürchtet.




Ein Zwischenstand, noch ohne Kapuze.
Und unten ein Bild von der Fahrt wo man das schöne Futter auch mal sieht.

22.10.14

MeMadeMittwoch am 22.10.2014

Ach, warum wird das mit den Fotos eigentlich immer so doof. Mist. Nehme ich nächstes Mal wieder den Platz im Wohnzimmer. Also, hallo! Heute trage ich nichts neues, aber darum geht es beim MMM ja auch nicht.


Kalt ist es geworden, brrr! 7 Grad waren es im Auto, vorgestern hätte ich noch Sandalen anziehen können. Jedes Jahr aufs Neue wundert man sich, daß dann dochmal Herbst ist, ist ja auch irgendwie bescheuert, nächste Woche ist ja schon fast November! Jedenfalls, ich musste heute kurz aus dem Haus und hab bei Öffnen der Tür mir schnell noch den Mantel übergezogen, ohne geht heute nicht mehr.


Darunter trage ich dieses Kleid, das habe ich oft an. Der Ausschnitt ist gut stilltauglich und es ist sehr bequem und kleidsam. Das zweifarbige daran macht es etwas "geputzter" als viele meiner anderen Kleider. Dazu neue braune Stiefeletten, die mich staunen machen, daß offensichtlich nur gleichfarbige dunkelbraune Strumpfhosen dazu passen. Das hatte ich mir universeller vorgestellt.

Kleid: Meine Nähmode 3/13 oder New Look 6001
Mantel: Butterick 5966

Julia hat heute eine herrlich herbstliche, englische Jacke an. Ist England vielleicht die Hauptstadt des Herbstes? Ich war nur zweimal dort, aber mir kommt es so vor als wäre das dort die vorherrschende Jahreszeit. Was die anderen Damen heute so tragen schaue ich mir später auf dem MMM-Blog an.

13.10.14

Herbst-Jacken-Sew-Along Teil 2: Stoffvorstellung und erste Schritte

Für welchen Schnitt habe ich mich jetzt endgültig entschieden? Habe ich den passenden Stoff schon gefunden? War der Stoff eher ein Kompromiss oder habe ich meinen Wunschstoff gefunden? Gab’s das passende Futter dazu? Ist ein Probeteile geplant oder schon fertig? Womit habe ich schon losgelegt? Oder ist mir schon so kalt, dass meine Jacke schon fast fertig ist?
Unverhofft kommt ja bekanntlich oft, aber bei einem Sew-Along ist es eigentlich auch nichts neues, daß man beim zweiten Termin plötzlich mit einem völlig neuen Plan auftaucht, gelle?
So ganz überzeugt war ich letzte Woche nicht, das habt ihr sicher gemerkt. Es lag bestimmt vor allem daran, daß meine Stoffvorräte nicht 100%ig kompatibel mit den Schnitten waren, ein eindeutiges Ausscheide-Argument.
Und dann entdeckte ich bei Nina eine Indie-Designerin, die wenn ich mich nicht irre auch mal kurz Thema bei Twitter gewesen war. Die Jacke die Nina nur vorgestellt hat aber nicht nähen möchte gefällt mir auch gut, die wäre aber nicht das was ich für diesen Herbst brauche. Im Etsy-Shop fand ich dann das hier und war sofort verliebt:


Quelle


Quelle

Er ist gerade erst als Schnittmuster erschienen, als Nina den Post eine Woche zuvor schrieb war er noch gar nicht online. Die anderen Schnittmuster von wafflepatterns sind auch interessant, trotzdem hat in meinem Blog-Umfeld noch niemand etwas von ihr genäht.  Bei der Designerin handelt es sich um eine in Amsterdam (im Nähparadies...) lebende Japanerin. Ihr Blog wirkt recht sympathisch wie ich finde. Sie hat diesen Mantel zunächst nur für sich selbst genäht und dann auf Bitten der Blogleser als Schnittmuster herausgebracht, so steht es jedenfalls im Blog.

Für mich ist das eher ein Anorak denn ein Mantel. Ich habe eine nicht ganz ausgelebte Liebe zu Anoraks. Vor kurzem habe ich ein Langzeit-Ufo (was sicher nichts geworden wäre) endlich entsorgt, damit war dieser Punkt wieder "vakant", jeder hübsche Anorak löst bei mir ein Haben-Wollen aus. Dieser wird es jetzt werden!


Dazu kommt, daß ich ziemlich passende Stoffe im Schrank habe. Letztes Jahr habe ich einen farblich sehr schönen Jacken/Mantelstoff erstanden. Einziger Minuspunkt: Er war sehr günstig und ist nicht aus Wolle. Ich muss jetzt einfach Vertrauen haben, daß er trotzdem hält was er verspricht, wie gesagt, die Farbe finde ich traumhaft, mittelbraun mit Hang zu grau, wollige Optik und Haptik.
Das Futter ist einer der Klassiker vom Maybachufer, den habe ich mal von Freunden mitgebracht bekommen, eigentlich sollte das ein Kleid werden. Der passt aber so perfekt zu dem braunen Stoff und zum Herbst, das muss jetzt so.


Was ich noch brauche ist eine passende Paspel. Entweder ich nehme den Blätterstoff, dann ist die Paspel auch gemustert. Vielleicht ist mir das aber zu verspielt, ich zweifle noch, lieber wäre mir eine einfarbige Paspel in einem passenden Grünton. Hat eine eine gute Quelle für fertige Paspeln in allen Farben?


Vor der Kür kommt bekanntlich die Pflicht, PDF-Schnittmuster sind ja soooo praktisch, aber das Ausdrucken macht leider keinen Spaß (und mal wieder vergass die Schreiberin dieses Blogs, vor Beginn des Druckvorgangs die Druckgröße auf 100% zu stellen. Und merkte es erst nach dem 40. gedruckten Blatt oder so...). Und ob das Kleben Spaß macht, werde ich in den nächsten Tagen merken.

Ob die anderen schon weiter sind als ich könnt ihr bei Dreikah lesen.

3.10.14

Herbst-Jacken-Sew-Along 2014: Teil 1 Inspirationen und Schnittmuster

Ha, ich muss verrückt sein. Ein Sew-Along und das mit meinem Zeitbudget im Moment, völlig bescheuert!
Also zugegeben, ein bisschen habe ich mich überreden lassen, aber beim Thema Jacken juckt es mich  jeden Herbst in den Fingern. So ein grösseres Projekt pro Saison ist schon schick. Ach, irgendwie werde ich das doch hinkriegen, vielleicht werden es einzwei Kleider weniger stattdessen? Wir werden sehen.

Das Thema für den ersten Treffpunkt lautet:

Welchen Mantel/ welche Jacke möchte ich nähen? Was brauche ich? Für den Herbst oder den Winter? Oder beides? Welche Schnittmuster kämen in Frage? Habe ich bereits eine Auswahl oder fehlt mir jegliche Idee? Was mache ich als Mantel/Jackenanfänger?


Also ein Jacken/Mantel-Sew-Along, ich habe schon einige Mäntel und Jacken genäht, die Posts des ersten Mantel-Sew-Alongs könnt ihr hier sehen, letztes Jahr trug ich dann nach Fertigstellung vor allem diesen Gertie-Mantel und auch mein Frühjahrsmantel lässt sich schon wieder ganz gut an, wenn es doch mal etwas herbstlich ist hier.
Was soll es also bei diesem Sew-Along werden? 
Ob für Herbst oder Winter ist mir eigentlich egal, ich entscheide da lieber nach dem Schnitt der mir am besten gefällt.

Schon immer haben mich solche Bademäntelartigen Mäntel gereizt, keine Knopfleiste o.ä., großer Kragen, wenig Schnickschnack. Hier immerhin noch mit aufwändiger Blumenstickerei, aber die ist ja optional. Mir gefällt diese Kragenform gut, einen Schalkragen hatte ich beim Gertie-Mantel ja schon. Leider ist der Schnitt für gestrickte Stoffe, ich habe nur Webstoffe da (kaufen wollte ich nichts, ich habe einige Mantelstoffe hier). Ob ich es trotzdem wagen könnte? Die Version hätte den großen Vorteil, daß wenige Details gleichzeitig wenig Arbeit bedeuten. Ein eindeutiges Plus!
Der Schnitt ist aus einer älteren Knip.


Als allererstes fiel mir bei dem Gedanken an den Sew-Along eigentlich dieser Mantel aus der Sewing-Bee-Show ein. Er ist im Buch enthalten. Immerhin noch einigermassen schlicht. Ich kann ihn mir komischerweise im Moment überhaupt nicht an mir vorstellen. Warum weiss ich nicht, vielleicht weil ich mehr Platz für Busen und so reinbauen müsste? 



Auch immer wieder reizvoll sind Dufflecoats. Mit so einem Klassiker kann man ja nichts falsch machen. Schön gerade geschnitten, wenig Teilungsnähte, wäre ideal. Passen Dufflecoats über Kleider? Das müsste ich erstmal recherchieren.
Der Schnitt ist aus einer älteren Knip.



Apropos Klassiker, was mich beim Durchblättern meiner Hefte (fast nur Knip) spontan am meisten angemacht hat ist dieser Trenchcoat. Die sind ja immer mal wieder Thema und letztlich zeitlos. Von schlicht und schnell gemacht kann hier natürlich keine Rede sein, tja... Sorry für das Bild, die anderen waren noch weniger aussagekräftig. Das Problem hier wäre auch der Stoff, ich habe einen der ideal wäre, aber es ist wahrscheinlich zu wenig. Testen kann ich das erst nach dem Abpausen. Alternativ habe ich einen in Wolloptik in ausreichender Menge da, wäre vielleicht eine interessante Variante.
Auch dieser Schnitt ist aus einer älteren Knip.




Ich gehe dann wohl mal in mich und überlege, vielleicht mögt ihr mir zu irgendwas raten?
Alle anderen Sew-Along-Teilnehmer finden sich diese Woche bei Chrissy

1.10.14

MeMadeMittwoch am 1.10.2014

Hallo zu meinem ersten MeMadeMittwoch nach der Sommerpause! Für mich ist das ein besonderer MeMadeMittwoch, denn es ist der erste mit Baby und dies ist auch das erste Kleid mit Baby, für das ich mir die Nähzeit jeden Abend meiner Bettschwere abgerungen habe. 
Ausserdem gehöre ich seit Saisonbeginn zu den drei Neuen des MMM-Teams, was mich sehr freut und schon ziemlich spannend ist. Ich habe mich riesig über die vielen netten Kommentare zu uns drei gefreut, danke dafür!


Heute trage (trug, s.u.) ich ein neues rotes Kleid aus Webstoff, der Schnitt ist aus der September-Knip. Hier ist es spätsommerlichwarm, ich hab nochmal die Caprileggings rausholen können.

Dieser Schnitt war ein bisschen ein Experiment, es ist nämlich ein Kleid was nur mit dem Gürtel auf Taille gebracht wird. Oft gesehen, gerne gemieden, ich hatte immer Bedenken dass es sich ungünstig an der Taille und sonstwo bauscht.



Dann hat mir das Modellbild in der Knip aber so gut gefallen, dass ich dachte ich wage es einfach mal. Ausserdem schien mir das schlichte Oberteil flott genäht zu sein. 
Die Knopfleiste habe ich eingebaut, im letzten halben Jahr brauchte ich Platz für den Bauch, jetzt brauche ich stilltaugliche Oberteillösungen.


Die Gürtelbänder habe ich in den Seitennähten eingefasst, original sollen sie in die Falten vorne eingenäht werden. Ausserdem habe ich den Ausschnitt nach Gusto grösser geschnippelt und den Rock ein gutes Stück verlängert.


Natürlich ist figurbetont anders, aber mir gefällt es jetzt ziemlich gut, trotz unabgenähter Stoffmengen. Es hat sowas leicht kittelig-dirndeliges, das mag ich manchmal. Und bequem ist es auch, zudem macht die Farbe was her. Es ist dieses eine, perfekte kirschrot, was nicht leicht zu finden ist. Den Stoff, Baumwollpopeline, habe ich im Betty-Barclay-Outlet gekauft, dort habe ich auch mal einen tollen Jersey in exakt demselben Farbton gekauft, der wurde zu diesem sehr geliebten Kleid.


Wegen des anderen roten Kleid musste ich dieses etwas pimpen, wer braucht schon zwei Uni-Kleider in der gleichen Farbe. Die Borte passt perfekt dazu, leider hat sie nur für den Rock gereicht.  Die hatte ich mal bei Ebay gefunden. Mittlerweile hat das Kleid schon seine erste Wäsche hinter sich, einmal komplett mit Milch eingesaut, der Klassiker. Immerhin weiss ich jetzt, dass die Borte Maschinenwäsche aushält, da hatte ich nämlich so meine Bedenken...




Alle anderen treffen sich heute mit der fabelhaften Dodo auf dem MMM-Blog 

30.9.14

7 Wochen mit Konstantin

Heute melde ich mich endlich mal aus der Versenkung. Hallo, ich lebe noch, ich nähe sogar ab und zu schon wieder!
Gefühlt die meiste Zeit liege ich aber gemütlich irgendwo und stille. Dabei kann man gut am Ipad surfen, wie man sieht.


Jetzt ist es schon sieben Wochen her, seit Konstantin auf die Welt gekommen ist. Schön ist es, nochmal ein Baby zu haben, einfach schön! Was für ein Wunder, so ein kleiner Mensch, auch beim dritten Mal.




Und meine kleinen Sorgen, daß irgendetwas in der Schwangerschaft schief gehen könnte waren total unbegründet.
Dafür bin ich wirklich dankbar, fast demütig. Völlig problemlos schwanger zu werden und zu sein ist ja nicht selbstverständlich und ich höre immer öfter von Frauen die es eben nicht so einfach hatten bzw. keine Kinder bekommen können.
Nur das mit dem Gebären klappt bei mir halt nicht so gut, tja. Diesmal war es wie schon erzählt ein geplanter Kaiserschnitt, nach zwei sekundären eine neue Erfahrung.
Und wie war es? Naja, ganz ok. Aufregend natürlich, wenn man halbwegs genau weiss wann es stattfinden wird, finde ich das schon ziemlich nervenaufreibend. Dafür haben sie uns an dem Tag dann solange warten lassen bis mein Adrenalin fast aufgebraucht war.
Leider hat auch diesmal die PDA nicht 100%ig gewirkt, das war im Vorfeld meine gößte Sorge, dafür bekam ich dann eine Portion Dormicum verabreicht die mich für eine Weile ins Land der Träume schickte. Als ich wieder aufwachte waren wir immer noch im OP, aber mein Söhnchen lag schon neben mir, guckte mich mit den neugeborenenkleinen Augen an, fast völlig eingewickelt in ein gelbes Handtuch. Den ersten Schrei habe ich also verpasst, dafür war die OP erträglich, damit kann ich gut leben.
Anders als bei den beiden Sectios zuvor blieb Konstantin die ganze Zeit bei mir, niemand brachte ihn weg und er wurde auch nicht angezogen oder gewaschen. So hatten wir diesmal eine gemütliche erste Kuschelzeit und der arme Kerl musste nach dem Geburts-Schreck nicht auch noch andere Quälereien über sich ergehen lassen.
Daß ein Wochenbett nach Kaiserschnitt kein Zuckerschlecken ist, wusste ich ja schon. Ätzend, mehr oder minder ans Bett gefesselt, bis man sich halbwegs fortbewegen kann dauert es Tage... Nach 4 Tagen konnte ich nach Hause, wollte dort aber auch nur im Bett bleiben.
Am ersten Tag an dem ich mich ein bisschen besser fühlte bekam ich abends hohes Fieber, das kam leider immer wieder und die Hebamme schickte mich dann noch mal ins Krankenhaus. Dort haben sie mich dann erwartungsgemäss gleich dabehalten. Sie haben mich von Kopf bis Fuss untersucht, Blut abgezapft und geschallt und geröntgt, so ganz genau wusste niemand woher das Fieber kommt. Zwar wurden irgendwann ein paar Keime gefunden gegen die mir eine Antibiose verabreicht wurde, aber so richtig besser wurde es davon auch nicht. Irgendwann saß ein Internist oder Chirurg bei mir und meinte, das Fieber könnte auch einfach eine Reaktion des Körpers auf die Operation sein, ohne daß da gleich eine  Entzündung oder sonstwas dahinter stecken muss. Ich vermute, daß es das gewesen ist.
Nach 10 Tagen war das Fieber weg und ich durfte endlich nach Hause. Und zwei Tage später ging die Schule für die zwei Großen wieder los und mein Mann musste wieder arbeiten. In solchen Momenten bin ich einfach nur froh hier inmitten meiner Familie zu wohnen.

Konstantin hat das alles tapfer mitgemacht, eigentlich glaube ich er hat die Ruhe im Krankenhaus sogar eher genossen. Beim zweiten Mal war ich zum Glück alleine (zeitweise mit meinem Mann) im Zimmer, da hatten wir es eigentlich ganz nett, vom Fieber und vom Essen mal abgesehen... (wie man von dieser Kost als stillende Mutter sich selbst und sein Kind satt kriegen soll weiss ich nicht, eins der Mittagessen hatte nur 180kcal (!!) , das ist bei der Brigitte Diät ein besserer Snack oder so).
Wieder zu Hause hat dann ein paar Tage die Narbe noch geschmerzt aber dann ging es mir gut.
Und ich kann kaum sagen wie toll es ist, wenn man nach so langer Zeit endlich wieder mobil das erste Mal mit Kinderwagen in die Stadt marschiert, fast eine Offenbarung!
Jetzt haben wir uns einigermassen eingelebt, Konstantin hat einen ungefähren Schlaf- und Trink-Rhythmus und ich bin garnicht so übernächtigt.
Seine Brüder lieben ihn nachwievor sehr. Beide stürzen sofort zu ihm, wenn er schreit, das ist sehr praktisch. Und sie versuchen auch ihn zu bespaßen, was er zumindest sehr aufmerksam verfolgt. Der große Große hat ihn sogar schon mehrfach in den Schlaf getragen, toll, oder? Mit rumlaufen und Lieder singen, wie aus dem Bilderbuch.
Nur alles was mit Windeln zu tun hat ist sehr iihh und bäh, soweit habe ich sie leider noch nicht, das wäre aber auch zu schön.

Kurz vor der Geburt haben wir endlich unser Equipment ausgepackt, es war ja alles aufbewahrt auf dem Speicher. Das meiste musste ich nur waschen, den Wickelauflagenbezug musste ich eine Weile suchen, das Regal über der Kommode hing noch bei den Jungs im Zimmer, der Kinderwagen stand in der Garage.
So sieht jetzt unsere Wickelecke aus, sie steht im Nähzimmer das direkt neben dem Schlafzimmer ist:




Genau diese Kombination hatten wir bei den Jungs auch schon. Ich fand es sehr lustig wie vertraut alles ist und freue mich daß es mir immer noch gefällt. Die Kommode heisst glaube ich Forhöja, die hatte ich vor 9 Jahren leicht weiss lasiert. Der Holzaufsatz ist von einer anderen Wickel-Kommode, den habe ich geerbt und ebenfalls weiss lasiert. Besonders stolz war ich auf das Regal, das habe ich nämlich selbstgebaut. Eine Weile habe ich auch gerne mal mit Holz gearbeitet, aber sehr dilettantisch...
Den A*gelcare Windeleimer hatten wir angeschafft als beide großen Jungs Wickelkinder waren und es im Kinderzimmer geruchstechnisch nicht mehr auszuhalten war, ähem. Da ist so ein Teil, teure Plastikfolienpacks hin oder her, echt ein Segen. Bei dem Modell wird nicht jede Windel einzeln "abgedreht", der Folienverbrauch hält sich also zumindest längenmässig in normalen Grenzen.

Ein eigenes Zimmer braucht so ein Säugling ja erstmal nicht, schlafen tut er im Schlafzimmer, in der Wickelkommode sind seine Sachen drin, ansonsten ist das Kind immer da wo die Familie ist. Dafür gibt es eine Wippe, den Stubenwagen für unten, einen Korb habe ich auch noch, darin liegt er wenn ich ihn mit ins Bad nehme. Leopold hatte bis zum Auszug aus der ersten Wohnung kein eigenes Zimmer, da war er zwei Jahre alt, das hat bis da auch niemand vermisst.
Zugegebenermassen planen wir aber für nächstes Jahr hier im Haus einen mittelgroßen Umbau.


Das ist die Wickelauflage von I*ea, den Bezug habe ich genäht, ich mag das Kind nicht mit nackter Haut auf Plastik legen. Das Mittelteil ist aus einem Handtuch, die Ränder aus Leinen und altem Bettwäschestoff. Die Rückseite ist einfarbig mit Klettverschluss. Damit es nicht so schnell dreckig wird legen wir ein Moltontuch drauf was ausgetauscht bzw. erstmal umgedreht wird, wenn Flecken drauf sind.

Für das untere Stockwerk haben wir aus Familienbestand diesen Stubenwagen bekommen. Im 70er Jahre lüla Blümchen-Original in krähm mit güldenen Knöpfen und schmiedeeisernen Details konnte ich ihn aber leider nicht ertragen.

vorher:

Mit geruchsarmen Sprühlack habe ich das ganze Gefährt weiss lackiert und meine Mutter hat dann netterweise die Gardinen erneuert, der Stoff ist aus meinem Stoffschrank und war vom Maybachufer.
Das süsse Häkelmobile war ein Geschenk.
nachher:



Jetzt hoffe ich auf ein bisschen Nähzeit nachher, vielleicht klappt es dann morgen mit dem ersten MMM-Beitrag in neuem Gewand, drückt mir die Daumen!

18.8.14

Konstantin ist da!

Wir sind sehr glücklich über die Geburt von Konstantin!
Wie geplant wurde er am 12.8. per Kaiserschnitt geholt, brachte 3720g bei 52cm auf die Waage und ist gesund und munter. Jetzt geniessen wir (soweit das nach Kaiserschnitt ein Genuss ist) das Wochenbett als Kuschelzone. Konstantin ist ein zufriedenes Baby mit reichlich Appetit, sehr verschmust und hat ein großes Ruhebedürfnis. Nach all den Strapazen geht es mir genauso, da bleiben wir zwei einfach noch ein paar Tage im Bett.
Seine großen Brüder sind mächtig stolz und vor allem der jetzt mittlere möchte ihn glaube ich am liebsten ganz alleine für sich haben. Zum Glück stört der Kleine sich nicht an dem Trubel seiner großen Brüder, das kennt er schliesslich schon aus dem Bauch.
Jetzt freuen wir uns auf das Leben zu fünft!
Sehr verliebte Grüße von Katharina

9.8.14

Die neue Schwimmbaddecke - ein schneller Quilt im Zickzackmuster - mit Anleitung für das Top


Seit einigen Wochen ist er schon fertig, unser neuer Schwimmbad- oder Gartenquilt. Sein Vorläufer (Anleitung dazu hier, hier und hier) ist immer noch in Benutzung aber um ehrlich zu sein war er mit schnell etwas zu pink und ich hatte Lust auf eine ernsthaftere Liegeunterlage. Abgesehen davon kann man solche großen Decken sowieso nicht genug haben, die Kinder spielen z.B. gerne damit da ist eine Zweitdecke nicht verkehrt.


Zickzackquilts haben mich immer fasziniert, einen kleinen Kinderquilt habe ich mal genäht (leider gibt es garkein Foto des fertigen Quilt auf dem Blog).


Die Stoffe sind wie beim ersten große Reste, eher sowas wie "Muss weg, hab ich keine spezifische Verwendung dafür"-Stoffe. Das blaugraue ist Ikea-Bettwäsche in der ich nicht schlafen kann, das dunkelbraune ein toller Uni-Quiltstoff in der falschen Farbe, das rotgemusterte secondhand-Bettwäsche und das türkisfarbene ein Ikeastoff der zu nichts passen wollte.


In Kombination gefällt mir das jetzt ausgesprochen gut.




Die Rückseite ist zusammengesetzt aus der Ikeabettwäschenrückseite und einer weiteren Secondhandbettwäsche (Bettwäsche vom Flohmarkt ist toll, aber man hat dann solche Mengen von dem einen Stoff, daß man sich echt Mühe geben muss, das wegzunähen)



Kaum fertig wurde er begeistert in Beschlag genommen.



Gequiltet habe ich mit etwas Abstand zu den Nähten mit türkisfarbenem Quiltgarn. Das Binding besteht wieder aus der blaugrauen Ikeabettwäsche. Ich bin immer wieder überrascht, was so ein schmaler Rand doch für eine Wirkung hat. Wäre der z.B. rot würde das ganz anders ins Auge stechen.  Ähnlich wie bei Paspel ist das trotz der Minifläche ein echter Akzent, den man gut überlegen muss. Ich wollte hier den Fokus lieber auf dem schlichten blaugrau haben.


Und so habe ich das Top genäht:


Erstmal die Stoffe raussuchen, ich habe vier verschiedene in leicht unterschiedlichen Mengen genommen. Man kann aber natürlich auch jede Reihe in einer neuen Farbe machen, für einen Quillt in der gleichen Größe bräuchte man dann acht verschiedene Stoffe.


Das Top und damit die Decke wurde etwa 1,8 x 2,4m groß. Ein Quadrat ist 30x30cm groß.
Dieses Schema habe ich mir aufgemalt, damit ich abzählen kann, wieviele Quadrate ich in welcher Farbe schneiden muss bzw. wie die dann zusammengenäht werden müssen. 
Pro Reihe werden von den zwei Farben je drei Quadrate zugeschnitten. (z.B. in der letzten Reihe je drei Quadrate von braun und rot)


Dafür habe ich mein großes Patchworklineal von 12,5 inch genommen. Das ergibt ca, 30cm im Quadrat plus umlaufende Nahtzugabe von 1/4 inch. Wer kein Lineal hat macht sich eine Schablone aus Pappe oder schneidet nach cm-Maß zu. Man kann mit dem Schneidemesser gut mehrere Lagen Stoff gleichzeitig schneiden.


Anschliessend kontrollieren, ob man genug Quadrate geschnitten hat. Hier ist der rote Stoff offensichtlich aus dem Bild gerutscht.


Jetzt die zueinandergehörenden Quadrate die zu einer Reihe vernäht werden zu Pärchen legen, rechts auf rechts. Es sind immer drei Paare pro Reihe, sie müssen genau aufeinanderliegen.


Mit dem Lineal und einem Filzstift (muss nicht unbedingt ein selbstlöschender sein, der Strich verschwindet später als Nahtzugabe auf der Rückseite) einen Strick quer durch das Quadrat malen.
Evt. reicht auch eine Reihe Punkte, ich finde es nicht so einfach auf Stoff zu malen.



Jetzt wird endlich mal genäht, einen 1/4 inch (6mm) neben dem Strich die Quadrate aufeinandernähen.


Am Besten einfach hintereinander weg, ein Sichern der Nahtanfänge ist unnötig. Die Quadrate hängen dann alle aneinander und bilden eine lange Kette.


Die wird dann einfach umgedreht und auf der anderen Seite des Striches nochmal genäht.


Anschliessend werden die einzelnen Quadrate auseinandergeschnitten und jedes Quadrat an der diagonalen Linie zwischen den Nähten durchgeschnitten, am einfachsten mit Rollschneider und Lineal.

Vom weiteren Verlauf des Zusammensetzens habe ich leider keine Fotos gemacht, aber es ergibt sich eigentlich von selbst:
Die geschnittenen Teile werden zu Quadraten aufgefaltet und die Nahtzugabe zu einer Seite, wahlweise der dunkleren gebügelt.
Anschliessend näht man die Quadrate dem Schema entsprechend zu Reihen aneinander, dann wieder die Nahtzugaben bügeln, ich habe hier schon auseinandergebügelt, damit es keine allzu großen Kollisionen gibt. 
Diese Reihen werden zum Top zusammengesetzt, auch danach werden die Nahtzugaben wieder gebügelt. Anschliessend alles nochmal gut bügeln, auch von rechts, und weiter zu einem Quilt verarbeiten. (Siehe z.B. die Anleitungen, die ich im oberen Teil verlinkt habe)
Wenn man vor dem Nähen immer mal wieder das Farbschema kontrolliert, kann da eigentlich nichts schief gehen. 

Die Rückseite habe ich aus zwei Stoffstücken zusammengesetzt, sie muss in alle vier Richtungen einige cm größer als das Top sein, das macht das Zusammensetzen einfacher.
Als Einlage habe ich ein großes Stück Frotteebettuch genommen (Eigentlich hatte ich eine dünne Fleecedece vom Möbelschweden nehmen wollen, aber entgegen meiner Vermutung hatte ich nicht genug im Haus).
Gequiltet habe ich mit Quiltgarn, das ist wesentlich reissfester als normales Nähgarn, und der Maschine. Ich habe mit dem Abstandshalter ein Stück neben den diagonalen Nähten die Zickzacklinien gequiltet, das ist supereinfach und benötigt keine vorherigen Malereien auf dem Top. In der Naht quilten finde ich nicht so schön, man sieht es nicht oder nur da, wo man daneben getroffen hat und es tut auch nichts für die Struktur des Quilts.

Wie ein Quilt weiter verarbeitet wird könnt ihr z.B. in der Anleitung zu meinem ersten Quilt hier: das Heften und hier: das Quilten nachlesen, allerdings habe ich es nie geschafft eine Bindinganleitung zu verfassen.
Hier gibt es zwei Anleitungen zum Thema Bindung (die Einfassung):

Neulich gab es übrigens auch auf Crazymomquilts ganz tolle Posts zum Thema Maschinen-Quilten:

Viel Spaß beim Nachnähen!